Die Übersetzungen der hebräischen Bibel

Die Übersetzungen der hebräischen Bibel (1/6)

Originalsprachen

Die Texte des Alten Testaments sind zum weitaus größten Teil auf Hebräisch verfasst, wenige sind auf Aramäisch geschrieben. Hebräisch und Aramäisch sind semitische Sprachen, gehören also derselben Sprachfamilie an wie das Akkadische, die Sprache der antiken Babylonier und Assyrer, sowie das Arabische, das die heute am weitesten verbreitete semitische Sprache ist.
 
Die heute gebräuchliche Fassung des hebräischen und aramäischen Alten Testaments ist der sog. „Masoretische Text“, der auf die Überlieferungstätigkeit gewisser jüdischer Gelehrter, der sog. „Masoreten“, in der Spätantike und im frühen Mittelalter zurückgeht, und der im Judentum nach der Zerstörung des Tempels (70 n. Chr.) zur maßgeblichen Textform wurde.
 
Schon in der Antike wurde das Alte Testament in andere wichtige Literatursprachen übersetzt. Ausgesprochen wichtig ist die Übersetzung ins Griechische, die sog. „Septuaginta“, die ab dem 3. Jh. v. Chr. im damaligen Kulturzentrum Alexandria in Ägypten entstand. Die Septuaginta ist keine einheitliche Übersetzung und kann teilweise als eigene theologische Rezension gelten. Wo die ebenfalls griechisch schreibenden Autoren des Neuen Testaments alttestamentliche Texte aufgreifen, beziehen sie sich größtenteils auf die Septuaginta; sie übersetzen also nicht selbstständig aus dem Hebräischen.

Andere wichtige antike Übersetzungen sind die „Peschitta“, die Übersetzung der gesamten Bibel in das Syrische, einen aramäischen Dialekt, der bis heute Liturgiesprache der orientalischen Kirchen ist, sowie die „Vulgata“, die lateinische Übersetzung der Bibel, die auf den Kirchenvater Hieronymus (347-420) zurückgeht. Die Vulgata ist auf Grund ihrer Verwendung in der katholischen Kirche, aber auch noch durch evangelische Gelehrte des 16.-18. Jh.s, für die westeuropäische Kulturgeschichte äußerst wichtig. So entstammen lateinische Bibelzitate in Inschriften oder auf Kunstwerken meist der Vulgata.



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