02 Mode der Frauen

Einleitung

Die römische Frau übernahm in der Vorstellungswelt der Antike klar definierte Aufgaben. Sie stand stets in engem Verhältnis zu ihrem Mann oder ihrer Familie, wobei ihr eine eher passive und wenig sichtbare Rolle in der römischen Gesellschaft zukam. Die starre Rollenverteilung und fehlende Möglichkeit zur politischen Partizipation sind aus heutiger Sicht sehr problematisch.

Ihre wichtigste Aufgabe war, Kinder auf die Welt zu bringen. [1] Darunter standen in der Aufgabenhierarchie die Organisation des Haushalts inklusive der Beaufsichtigung möglicher Sklaven sowie die ehrbare Repräsentation der Familie nach außen.

Letzteres geschah vor allem durch ihre Kleidung. So spricht der antike Historiker Livius davon, dass ein hübsches Aussehen (munditia), Schmuck (ōrnātus) und Kleidung (cultus) die Kennzeichen (īnsīgnia) der Frauen seien, auf welche jene sehr stolz wären. Sie sind wesentlicher Bestandteil der Welt der Frauen (mundus muliebris). [2] 

cultus, -ūs, m. – Ausstattung, Schmuck

ōrnātus, -ūs, m. - angelegte Kleidung, Schmuck

munditia, -ae, f. - gutes Aussehen, Zierlichkeit, Eleganz

Wie diese Welt beschaffen ist, zeigt das folgende Lernmodul.


[1] Wie tragisch mitunter eine kinderlose Ehe in der Antike gewesen sein kann, verdeutlicht die sog. Laudatio Turiae.
[2] Liv. 34, 7, 9. s. dazu auch Kunst 2005, 133-134.


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