Vertiefungswissen anzeigenVertiefungswissen verbergenStrategiekompass Radikalisierungsresilienz
Um antidemokratischen Positionen, Verhaltensweisen und Einstellungen angemessen begegnen zu können sowie eine Resilienz gegen Radikalisierungsprozesse aufzubauen bedarf es einer geeigneten Strategie, die sich als Handlungsoptionen aus dem Strategiekompass ableiten lässt. Wir unterscheiden in repressive, reaktive, integrative und präventive Maßnahmen, wobei die beiden Erstgenannten kurzfristig angelegt sind, während die beiden Letztgenannten vor allem eine langfristig angelegte Strategie verfolgen. Die einzelnen Ansätze entsprechen der inhaltlichen Ausrichtung der ihnen zugeordneten Maßnahmen und können auch übergreifend zur Anwendung kommen.
Nach einem Vorfall mit antidemokratischen Positionen und Verhaltensweisen gilt es im besten Fall alle Ebenen des Strategiekompasses im eigenen Schulalltag zu reflektieren. Hierbei sollte bewertet werden, inwiefern integrative Maßnahmen an der eigenen Schule umgesetzt werden, präventive Konzepte im Unterricht oder mit Kooperationspartner*innen stattfinden, ob eine repressive Maßnahme verhältnismäßig ist und mit welchen reaktiven Elementen dem Vorfall begegnet werden kann.
Prävention
Verhinderung des Einstiegs in Radikalisierungsprozesse durch Maßnahmen der Sensibilisierung, Aufklärung und Stärkung radikalisierungsresilienter Fähigkeiten sowie Empowerment von potentiell Betroffenen
Integration
Minimierung von Deprivationserfahrungen und Ausgrenzungsrisiken durch Partizipation und Selbstwirksamkeitserfahrungen
Reaktion
Gegenmaßnahmen bei Handlungen ohne unumkehrbare Sanktionierungen sowie Maßnahmen zur Stärkung von Betroffenen
Repression
Verhinderung von Handlungen im Vorfeld bzw. die Ahndung im Nachgang durch Verbote oder andere direkt eingreifende Maßnahmen, welche eine Sanktionierung beinhalten
Die entwickelten Handlungsoptionen müssen immer das Prinzip der Anerkennung sowie den Beutelsbacher Konsens berücksichtigen (siehe Modul A).